Osteopathische Behandlung myofaszialer
Triggerpunkte in Muskelfunktionsketten

Der Bewegungsapparat ist die „Maschine des Lebens“, er spielt eine große Rolle bei wichtigen Körperfunktionen:

Atmung
Kreislauf
Verdauung
Fortbewegung
Kommunikation
Nahrungsaufnahme
Ausdrucksmittel für Emotionen

Die Muskelfunktionsketten (= myofaszialen Strukturen) sind die Organe; das Nervensystem ist die Schaltzentraledes Bewegungsapparates.
Sein reibungsloses Funktionieren, das heißt der Bewegungsapparat ist frei von Dysfunktionen und Erkrankungen, ist wichtig für die Gesundheit.
Veränderungen im myofaszialen Gewebe sind die ersten Anzeichen von Fehlfunktionen
Alle diese Strukturen eines Rückenmarksegmentes ( = Wirbelsäulenabschnitt, der von einem Spinalnerven versorgt wird) beeinflussen sich gegenseitig und müssen deshalb auch bei der Behandlung beachtet werden.


Dysfunktionen in Muskelketten aufgrund von myofaszialen Triggerpunkten (druckschmerzhafte Knoten direkt im Muskelgewebe und / oder in der bindegewebigen Faszie, welche den Muskel umgibt), sind häufige und oft übersehene Ursachen chronischer Schmerzen des Bewegungsapparates:

Triggerpunkte (TrP) führen zu einem typischen, übertragenen Schmerzmuster

wird oft völlig losgelöst von seinem Entstehungsort, an anderer Stelle ausgelöst (Trigger = Auslöser)
für dessen Ursache regelmäßig Bandscheibenschäden oder Gelenkverschleiß verantwortlich gemacht werden, somit häufig verkannte und oft unbehandelte Ursache von Schmerzen im Bewegungsapparat
ist reproduzierbar mit seinem Entstehungsort, dem myofaszialen Triggerpunkt (TrP) verbunden

Auf Fingerdruck kann ein TrP mit einer lokalen Zuckungsreaktion antworten

Lokale Schmerzhaftigkeit durch eine knotenartige Gewebeverdichtung, dem TrP im Muskel und / oder seiner zugehörigen Faszie innerhalb eines seilartig verspannten Muskelfaserbündels
Der Muskel hat keine volle Kraft, nur unzureichend Ausdauer und zeichnet sich durch schlechtes Ansprechen auf Trainingsreize aus
Die Dehnung des Muskels ist schmerzhaft eingeschränkt
Nach Muskelüberanstrengung bzw. mechanischer Traumatisierung kommt es zu einer Entzündungsreaktionmit:
erhöhter Konzentration von Entzündungsbotenstoffen im Gewebe, das führt zur Sensibilisierung der Nervenfasern im Muskel und in den aufsteigenden Nervenbahnen nach einigen Wochen => normale Reize wie Bewegung (gehen, drehen, bücken usw.) oder leichter Druck lösen jetzt Schmerz aus!!! erhöhter Durchlässigkeit der Blutgefäße, die zur Entwicklung eines Ödems, mit nachfolgender Minderdurchblutung /-versorgung (Ischämie), bei erhöhtem Stoffwechsel führt => der Energie-/ Sauerstoffmangel kann zur Absenkung des pH-Wertes und damit zur „Übersäuerung“ des Gewebes führen

TrP können wahrscheinlich durch Organ-, Knochen-, Gelenkerkrankungen (allen Strukturen eines Segmentes) und emotionalen Stress aktiviert und unterhalten werden
Reflexbögen von einer Organstörung zum Bewegungsapparat können zu Veränderungen in der Rückenmuskulatur führen
Bei diesen, nicht seltenen Sonderfällen, ist der TrP nicht die primäre Ursache, sondern die Folge. Im weiteren Verlauf kann er sich aber verselbständigen und weiter Schmerzen produzieren, obwohl die eigentliche Ursache schon längst behoben ist. => TrP in gelenkumgebender Muskulatur nach längst abgeklungener Gelenkproblematik => TrP in der rechten Schulter- / Nackenmuskulatur bei einer osteopathischen Leberdysfunktion
TrP ausgelöst durch emotionalen Stress, kommen besonders häufig in Muskeln vor, die von emotionalen Zentren des Limbischen Systems (Emotional Motor System) mit angesteuert werden. => Kiefermuskulatur => Schulter-/ Nackenmuskulatur

Mit Hilfe von Röntgenbildern, Kernspintomographien oder Ultraschall sind TrP leider nicht auffindbar.

Das Auffinden von TrP erfolgt durch Funktionsuntersuchungen mit den Händen auf Kraft und Verkürzung, sowie ertasten der TrP in den unterschiedlichen Gewebeschichten

Aktive Triggerpunkte sind am wahrscheinlichsten aufzufinden in der Haltemuskulatur des:

Schulter-Nackengürtels
Beckenbereiches
Kauapparates


Damit können TrP bei folgenden oft therapieresistenten Erkrankungen eine bedeutende Rolle spielen:
Schulter-Nacken-Verspannungen mit Blockierungen der Halswirbelsäule
    Aufsteigende Probleme wie Spannungskopfschmerzen, Migräne, Tinnitus, Schwindel
    Absteigende Probleme wie Schultersteife, Tennis- / Golferellenbogen, Karpaltunnelsyndrom
Lokale Schmerzen im Bereich der gesamten Wirbelsäule und an den kräftigen Muskel- und Bandansätzen am Becken
Cranio-Mandibuläre-Dysfunktionen (CMD) aufgrund von TrP in der Kiefermuskulatur
    Aufsteigende Probleme wie Spannungskopfschmerzen, Migräne, Tinnitus, Schwindel
    Absteigende Probleme wie Blockierungen der Kreuzbeindarmbeingelenke (ISG) mit Beckenschiefstand und Beinlängendifferenzen, Leistenschmerzen, Knieschmerzen um die Kniescheibe herum, Achillessehnenschmerzen